In dieser Ausgabe:
>> A Delicious Feeling of Confidence
>> Der lachende Pinsel
>> Kunst-Nukleus Villa Romana
>> Preis für junge polnische Kunst

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Ride 1, Remake des Films "The Deer Hunter", 2005,
Foto: Ronny Hansson


Der zweite Tag gehört dem schwedischen Künstlerkollektiv Ride 1. Es besteht aus Stig Sjölund, den ich seit Jahren kenne, Ronny Hansson und Jonas Kjellgren. Sjölunds absurde Performances setzten sich mit Geschlechterfragen und schwuler Kunst auseinander. Ride 1 hat vorgeschlagen, ihre drei Remakes der Blockbusterfilme The Deer Hunter, Alien</a> und Der weiße Hai zu zeigen. Die Resultate sind ziemlich camp. Sozusagen handgemachte Versionen der originalen Hollywood-Produktionen, die wirklich ziemlich komisch sind. Weil Ride 1 sich mit Tarot beschäftigen und auch Fans von Lenny Bruce sind, werden sie auf unserer Bühne eine Performance veranstalten – eine Kombination aus Séance und Kartenlegen, um mit Bruce und anderen verstorbenen Komikern zu kommunizieren. Das Leben von Lenny Bruce war von Skandalen umwittert, also wird es eine Menge Fragen geben.


Maria Pask, , Starhawk the musical, 2004
photo registration from project Foto: Michiel Kluiters
Courtesy: Ellen de Bruijne Projects, Amsterdam


Und dann geht es noch um den berühmten Komiker Andy Kaufman, der seinen eigenen Tod vorgetäuscht hat. Damit hat er sogar seine eigenen Freunde zum Narren gehalten. Sie kennen diese Geschichte vielleicht aus dem Film Der Mondmann mit Jim Carrey. Als Kaufman dann wirklich an Krebs starb, entstanden schnell Mythen um seinen Tod und wie bei Elvis glauben manche, er wäre noch am Leben. Kaufman lehnte die klassische Stand-up Comedy ab. Er versuchte sich von den üblichen Routinen zu lösen, den Witzen, den kleinen Geschichten. Ihm ging es eher darum, Situationen zu kreieren, in denen niemand wusste, was als nächstes passieren wird. Er war sehr am Absurden interessiert. Deshalb hat Maria Pask, die das Programm am dritten Tag gestaltet, einen Philosophen gebeten, einen Vortrag zum Thema Absurdität zu halten. Außerdem ist ein Konzert einer buddhistischen Heavy Metal Band geplant.



Maria Pask, aus der Serie Naturist Campsite, 2001, Courtesy: Ellen de Bruijne Projects
Foto: Maria Pask


Eine buddhistische Heavy Metal Band?

Genau. Sie heißt Dosa Jhana und kommt aus Amsterdam. Am letzten Tag des Projekts macht Claus Richter das Programm. Er wird als Baron Münchhausen der Frieze auftreten, und den ganzen Tag auf der Bühne in einer Kanone stecken.

Claus Richter, Fantasy, 2007, Setfoto,
Foto: Bernd Thiele,
© Claus Richter/Bernd Thiele


Seine Performance beschäftigt sich damit, wie Erfolg uns verändert. Claus Richter hat bei seinen Recherchen herausgefunden, dass die erste "menschliche Kanonenkugel" eine Frau war. Rosa Mathilda Richter arbeitete in einem Zirkus und ließ sich 1818 zum ersten Mal in die Luft schießen. Sie könnte Richters Ur-Urgroßmutter sein.



Claus Richter, Façade,
Musicalproduktion während der Fine Art Fair Frankfurt, 2007,
Foto: Bernd Thiele, © Claus Richter/Bernd Thiele

Aber sie ist es nicht.

Nein, aber der Künstler forscht nach seiner imaginären Familie. Der Titel dieser Performance lautet “Will success spoil Rosa Matilda Richter?” Er wird einen Monolog zum Thema Erfolg halten – wie es ist, wieder und wieder in einer Kanone zu stecken, wie er darauf wartet, dass ihn irgendjemand dorthin schießt, wo seine Karriere richtig durchstarten könnte. Richter präsentiert sich auf der Friez Art Fair als einer jener Künstler, deren Position oft als jung oder heiß gelten, die für Preise und Stipendien nominiert wurden, aber deren Karriere trotzdem nie wirklich los geht. Dieser ironische Bezug zum Thema Erfolg – zum ganz persönlichen Erfolg beziehungsweise Misserfolg – ist ein typisches Element der Stand-up Comedey.
So sieht das Programm bis jetzt aus.


Dora Garcia, Coverentwurf für Frieze Fanzine, 2007


Wir verteilen aber auch Fanzines auf der Messe. Sie sind in Zusammenarbeit mit Revolver Verlag entstanden. In der VIP Lounge der Deutschen Bank gibt es eine Special Edition – eine goldene Version des Fanzines.

Also ein VIP-Fanzine?

Ja, wir haben absolut kein Problem High and Low miteinander zu kombinieren.


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