Schwimmende Skulpturen, lebensrettendes Design Picante
- die Jubiläumsausstellung der Deutsche Bank Pyramid Awards
 Danielle
Mourning, Corravahan House, Cavan, Ireland, aus
der Serie Natural History II ©
Danielle Mourning
Eine junge Frau auf den
Spuren ihrer Vorfahren. Mit dem Fotoprojekt Natural History II
erforscht die Amerikanerin Danielle
Mourning die Geschichte ihrer Familie, die während der so genannten Großen
Hungersnot ihre Heimat in Irland verließ. Mitte des 19. Jahrhunderts
hatte eine Epidemie fast die gesamte Kartoffelernte des Landes vernichtet.
Diese Katastrophe - auf der Insel verhungerten über eine Millionen
Menschen - löste eine massive Auswanderungswelle in die Vereinigten
Staaten aus. Die Künstlerin nähert sich den verheerenden Ereignissen mit
elegischen Selbstporträts in historischen Kostümen und Aufnahmen der
kargen irischen Landschaft. Dabei zitiert sie Gemälde und
Zeitungsillustrationen von damals. Diese Aufarbeitung der
(Familien)Geschichte war für Danielle Mourning eine, wie sie sagt,
"metaphysische Erfahrung".
 Sinta
Tantra, Isokon Dreams, © Sinta
Tantra
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Die Möglichkeit, diese aufwendige Arbeit zu verwirklichen,
verdankt die Absolventin des Londoner Royal
College of Art den Deutsche Bank Pyramid
Awards. Letztes Jahr wurde ihr einer der mit jeweils 8.000 Pfund
dotierten Preise verliehen. Seit 1993 fördert die Deutsche Bank mit den
Pyramid Awards junge Kreative nach Abschluss ihres Studiums an einer der
renommierten Kunsthochschulen der britischen Hauptstadt. Ganz bewusst
erfolgt die Förderung genau an der Schnittstelle zwischen Studium und
Beruf, wenn es gilt, sich außerhalb der Hochschule zu etablieren. Denn was
nützt das vielversprechendste Projekt, wenn die Mittel zu seiner Umsetzung
fehlen? Genau hier setzt das zukunftsweisende Programm an. Dabei werden
die Künstler, Designer, Modemacher oder Kunsthandwerker nicht nur
finanziell unterstützt. Zusätzlich hilft ihnen ein Mentor der Deutschen
Bank dabei, einen Geschäftsplan zu erarbeiten.
 Andrew
Parker, Possible Raft, © Andrew
Parker
Gerade wird das 15-jährige
Jubiläum der Pyramid Awards mit der Ausstellung Picante
gefeiert. Im Olivier Foyer des Londoner National
Theatre sind noch bis zum 11. November Arbeiten von Gewinnern der
letzten Jahre zu sehen. Kuratiert wird die Schau von Sinta
Tantra, die 2006 für ihr Wandgemälde Isokon
Dreams an der Regent's Park Bridge ausgezeichnet wurde. Die auf Bali
aufgewachsene Künstlerin lässt in dem 40 Meter langen Werk Motive aus
ihrer Heimat mit geometrischen Abstraktionen und Elementen der Pop Kultur
zu einem vibrierenden Teppich aus Farben verschmelzen. Um die
Öffentlichkeit in dieses Projekt mit einzubinden, wurde die Realisation
der Arbeit von speziellen Führungen und Kunst-Workshops für Kinder und
Jugendliche an benachbarten Schulen begleitet. Ob es die schwimmenden
Skulpturen aus banalen Alltagsgegenständen von Andrew
Parker sind oder der Tongue
Sucker - ein Werkzeug, mit dem auch medizinische Laien ohnmächtige
Verletzte vor dem Erstickungstod bewahren können - Picante
belegt, wie kraftvoll und innovativ die Arbeiten der jungen
Pyramid-Awards-Gewinner sind.
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